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von Stephanie Petschnik
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VMV äußert sich gegenüber DNV zu Grosso-Reform und FFF-Plänen

Der Verband Mittelständischer Verleger (VMV) hat gegenüber dem Fachmedium DNV (Der Neue Vertrieb) seine Position zu den Plänen der Verlagsallianz „Fit for Future“ (FFF) für eine Neuordnung des deutschen Presse-Grosso erläutert. Der VMV sieht die Notwendigkeit einer Reform des bestehenden Systems, sieht jedoch vor strukturellen Nachteilen für kleine und mittelständische Verlage.

Rückläufige Einzelverkäufe und sinkende Presseumsätze stellen das Presse-Grosso seit Jahren vor erhebliche wirtschaftliche Herausforderungen. Dass das bestehende System weiterentwickelt werden muss, steht daher auch für den VMV außer Frage. Zurückhaltend bewertet der Verband jedoch den von der FFF-Allianz eingeschlagenen Weg. Die bisherigen Planungen sind aus Sicht des VMV zu stark von den Interessen der beteiligten Großverlage geprägt. Eine tragfähige Reform muss dagegen auch die Interessen der zahlreichen kleinen und mittelständischen Verlage berücksichtigen, die das System mittragen und in besonderem  Maße auf einen flächendeckenden und diskriminierungsfreien Zugang zum Einzelhandel angewiesen sind. Der VMV hat deshalb bereits Ende 2024 begonnen, eigene Konzepte und Alternativansätze zu entwickeln und diese in die Diskussion über die zukünftige Ausgestaltung des Pressevertriebs einzubringen.


Praktische Umsetzung bleibt entscheidend

Eine der wesentlichen Fragen betrifft die Vertriebsgebiete, deren bisherige Grosso-Unternehmen nach den bekannten FFF-Planungen nicht in das zukünftige System eingebunden werden sollen. Dabei geht es immerhin um ein Drittel des Bundesgebiets. Aus Sicht des VMV ist bislang nicht überzeugend beantwortet, wie in diesen Regionen die vorhandenen Verkaufsstellen- und Vertriebsstrukturen ohne Verkaufsverluste übernommen beziehungsweise neu erschlossen werden sollen. Für kleine und mittelständische Verlage ist dies von besonderer Bedeutung. Bereits Einschränkungen bei Flächenabdeckung, Lieferqualität oder Sortimentspräsenz können unmittelbare Auswirkungen auf die Absatzmöglichkeiten und damit auf die Wirtschaftlichkeit einzelner Titel haben. Ein diskriminierungsfreier Pressevertrieb muss sich deshalb nicht allein an seiner vertraglichen Konstruktion, sondern vor allem an seiner praktischen Funktionsfähigkeit messen lassen.


Auch die wirtschaftliche Rechnung muss aufgehen

Der VMV sieht zudem offene Fragen hinsichtlich der Finanzierung des geplanten Systems. Ausgangspunkt der Reform sind rückläufige Erlöse und der damit verbundene wirtschaftliche Druck auf die bestehenden Grosso-Strukturen. Gleichzeitig sollen mit der Neuordnung erhebliche Synergien und Kosteneinsparungen erzielt werden. Dem steht der zusätzliche Aufwand gegenüber, wenn bestehende Vertriebsgebiete teilweise neu erschlossen und vorhandene Strukturen ersetzt werden müssen. Aus Sicht des VMV muss nachvollziehbar sein, wie die angekündigten Einsparungen unter diesen Voraussetzungen erreicht werden können, ohne dass daraus mittel- oder langfristig zusätzliche Belastungen für die Verlage entstehen.


VMV setzt auf Lösungen auf Augenhöhe

Der Verband hält es deshalb weiterhin für sinnvoll, mit den bestehenden Grosso-Unternehmen nach tragfähigen Lösungen zu suchen und vorhandene Strukturen dort einzubeziehen, wo dies wirtschaftlich und organisatorisch möglich ist. Eine Reform des Presse-Grosso darf nicht allein unter dem Gesichtspunkt der Kostenoptimierung betrachtet werden. Der diskriminierungsfreie Vertrieb und die flächendeckende Erhältlichkeit von Presse sind wesentliche Voraussetzungen für die Vielfalt des deutschen Pressemarktes. Gerade für kleine und mittelständische Verlage ist deshalb entscheidend, dass eine neue Struktur ihnen dauerhaft verlässliche und wirtschaftlich tragfähige Zugänge zum Einzelhandel sichert. Der VMV wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass bei der Neuordnung des Pressevertriebs die Interessen aller Marktteilnehmer berücksichtigt und tragfähige Lösungen im Konsens entwickelt werden.


Quelle: DNV – Der Neue Vertrieb, „Verband Mittelständischer Verleger äußert sich zu Grosso-Reform und FFF-Plänen“

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