FFF-Verlage kündigen Belieferungsverträge mit Grossisten des Siegburger Kreises
Die in der Projektgruppe „Fit for Future“ (FFF) zusammengeschlossenen Verlage haben Ende Februar 2026 die bestehenden Belieferungsverträge mit den Presse-Grossisten des sogenannten Siegburger Kreises zum Ende Februar 2027 gekündigt. Die betroffenen Grosso-Unternehmen sehen in der geplanten Neuordnung des Pressevertriebs erhebliche und möglicherweise nur schwer reversible Auswirkungen auf die bestehende Vertriebsstruktur. Sie haben deshalb Rechtsmittel gegen die Entscheidung des Bundeskartellamts eingelegt, nach Abschluss seiner kartellrechtlichen Prüfung vorerst keine weiteren Maßnahmen gegen das FFF-Modell zu ergreifen. Darüber hinaus wurden Anträge im Wege des einstweiligen Rechtsschutzes gestellt. Ziel dieser Verfahren ist es, den Vollzug des FFF-Modells beziehungsweise die Beendigung der bestehenden Grosso-Belieferungsverträge zunächst zu verhindern, bis eine weitergehende gerichtliche Klärung erfolgt ist.
Der VMV wird die weitere kartellrechtliche und gerichtliche Entwicklung aufmerksam verfolgen. Für den Verband ist bei strukturellen Veränderungen im Pressevertrieb insbesondere von Bedeutung, welche Auswirkungen diese auf die Pressevielfalt, den diskriminierungsfreien und chancengleichen Marktzugang aller Verlage sowie auf eine flächendeckende Versorgung mit Presseerzeugnissen haben. Aus Sicht des VMV müssen dabei auch die Interessen und Zugangsmöglichkeiten kleiner und mittelständischer Verlage angemessen berücksichtigt werden.